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Lyrik > Philosophie

Eine erste Gegenposition

von Carlo Ihde >>

Die ersten Worte am Anfang
des Widerspruchstextes, die
ersten Worte der ersten Zeile
in der Antwort die zum
Argument werden soll, zur
Gegenthese, zur antithetischen
Polemik, zum gutgewählten "Ja-aber",
zur intellektuellen Präzisierung,
die ersten Worte, die als Kopfzeile
stehen bleiben würden noch
wenn das Gegenüber schon wieder
ins Wort fällt, weil's keinen
Widerspruch dulden kann, aber
der löbliche Versuch einer
ersten Gegenposition, einer
ersten Klärung und damit deiner
ersten Teilnahmsbestätigung
am Diskurs, ja welch ein
Gegenüber, das eh monologisieren
wollte, könnte mit dem Wiederum-ins-
Wort-fallen so schnell sein, dass nicht
davor noch deine ersten
guten Worte Klärung versprechen
und die Lösbarkeit der
Vertraktheit der
Standpunkte...
Das erklärt den Zwang der Qualität
der ersten Worte, fast unwichtig
schon dort wo das Gegenüber
monologisieren wollte...

30. Januar 2007
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