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Semivivus und Aevus Teil 1
von Peter Kooter >>
Semivivus und Aevus
Brüder über den Tod hinaus
von
Peter Kooter
Geburt
Das Geschrei der Frau, dass durch die verwinkelte steinerne Gasse hallte, passte nicht wirklich zu dem ansonsten verschlafen wirkenden Teil dieser Stadt. Es war nicht das Armenviertel der Stadt, auch wenn man es von außen möglicherweise annehmen mochte, sondern es war das Viertel der Händler und Marktmenschen. Ihre Häuser mochten von außen teilweise verfallen und erbärmlich wirken, doch im inneren standen sie so manchem hohen Hause in nichts nach. Ein weiterer klagender Schrei hallte durch die finstere Gasse in der nur wenige, kaum ausreichend helle Öllaternen hie und da einen kleinen Lichtkreis bildeten und deren flackernde Flammen groteske Schatten an die dunklen Backsteinmauern warfen. Sie hieß Mary und sie hatte bereits prophezeit, dass dieses neue Leben in dieser Nacht, ihres auslöschen würde. Der letzte Schrei, der strahlend schönen Mary hallte nur noch kurz nach und zwei Wörter waren das Letzte, was aus Marys schönem Mund hervorkam.
„Semivivus, ...Aevus.“
Dann waren nur noch die Stimmen der verzweifelten Ammen zu hören. Und sie vermochten sich keinen Reim zu machen, auf diese rätselhaften Worte. Dies war jedoch auch nicht das vorrangige Problem.
„Der Junge atmet nicht!“
Sarah, die Hebamme hatte dem Kleinen bereits zweimal einen Klaps gegeben und es schließlich auf den Tisch gelegt und die Beinchen nach oben angewinkelt, im Glauben, dass das helfen würde. Dann gab es einen spitzen Schrei von Veronika, der Novizin, die ebenfalls bereits bei mehreren Geburten geholfen hatte und die nach dem Tod ihrer Herrin mit der Hand am Mund und Tränen in |
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