| Kurzgeschichten > Alltag |
 |
|
Ich glaube, ich würde mein Dasein auch geben.
Damit ich das Leiden für immer verlass‘.
Denn zwischen den Proben und Stoffen und Seren.
Da find‘ ich mitnichten und niemals mein‘ Platz.
Ich glaube, ich würde mein Dasein auch geben.
Damit ich mich wieder nun endlich erkenn‘.
Beschreiben nun tausend von Seiten mein Leben.
Sodass ich sie gerne für immer verbrenn‘…
So dürfen Gedichte, die schrieb‘ ich, nicht bleiben.
Denn ohne mich sterben sie leider komplett.
Sie würden wie Wellen auf Wässern nur treiben.
Und wäre das alles, ich denke, nicht wert…
Und lass‘ ich nicht gerne, die Lyrik, hier sterben.
Und sterben die Verse, dann sterb‘ ich auch samt.
Doch kann man kein Leben im Leben erwerben.
Und sei‘ ich für Lügen und Lyrik verdammt.
Entfremden mich Taten und Worte und Zimmer.
Ich habe mich selber zum Lügen missbraucht.
Die Lyrik ist sterblich, doch Liebe bleibt immer.
So hab‘ ich mich gar nicht, mein Vater, gebraucht.
Ich glaube, ich würde mein Dasein auch geben.
Damit ich Slawistik, mein Vater, studier‘.
Und lass‘ ich auch baldig, ich denke, mein Leben.
So schreibt dann an Häuser: „Der Junge war hier…“
04.02.2026
Berlin Biesdorf-Süd
(c) Marc Donis
4. Februar 2026 |
 |
| zurück |
Seite
von 2 |
|
 |
| Kommentare (0) |
|