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Kurzgeschichten > Alltag
flirrenden Dachnase, umfangen von einem roten Streifen. Als wäre das heulend herbeigerufene Gefährt in Weiß liebevoll mit einer roten Schleife umwickelt. Ddddrrrr. Ein Geschenk. Endlich. Drrrrrr. Ich humple so schnell wie möglich zum Fahrdienst vor der Haustür. Oh! Auf mich wartet ein schlichter Personenwagen mit einem kleinen Aufkleber: „Fahrdienst Rotes Kreuz“. Weder Horn noch Blaulicht.

Auch kein „Sayonara“. Nur ein älterer Fahrer, der freundlich ins gemeinsame „Grüezi“ lächelt. Sowie in die Landschaft der Sonne und Hitze: 30 Grad, im Auto noch heißer. Ein Ölpapierschirm hätte dem Gefährt beim Warten vielleicht etwas Schatten gespendet. Die japanisch angehauchten Viereckschuhe hieve ich vorsichtig ins Auto. Dann los! „Sehr chic!“, schmunzelt der Graubehaarte.

Mit einem Fuß steckt auch er im Dilemma: möglichst alt werden – ohne das Risiko zunehmender körperlicher Beschwerden. Nur die Falten, die seinen Mund fröhlich umspielen, sagen mehr. Tagtäglich manövriert er Gäste, die zunehmend ihre Selbständigkeit verlieren. Er freut sich über jene, mit denen er darüber scherzen kann. Auf der kurzen Strecke zum Arzt wird angedeutet, dass Ungeduld und Gereiztheit nicht selten mitfahren. Wenn er Baustellen etwa ausweichen muss und deswegen zu spät kommt. Sein Ton bleibt gelassen. Humorvoll hält er einen Fuß in der Tür: „Ich genieße die positiven Momente und zufriedene Gäste.“ Ich gönne ihm ein nicht hörbares „Arigatou“ – mein „Danke“ kann er beim Abschied deutlich hören.


28. Juli 2026
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