| Kurzgeschichten > Humor |
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«Sieh uns doch an. Diese Aufstellung. Der Abstand zwischen uns. Diese weisse Wand. Dieser Teppich. Das ist eine Kunst-Installation.»
Der Zweite nickt nachdenklich.
«Du meinst, wir warten gar nicht auf den Transport, sondern gehen auf die Vernissage?»
«Genau. Ein White Cube, eine Galerie. Minimalismus. Sieben Objekte, ihrer ursprünglichen Funktion beraubt. Eine Reflexion über Vergänglichkeit und öffentliche Beschaffung.»
«Mit welchem Titel?»
«Warten auf den Sommer» oder «Die letzte Brise»
Pause.
Einer schlägt vor: «Der Sommer ist archiviert»
Der Kleinste möchte «Die Windinstallation»
«Das gefällt mir.»
«Mir auch.»
«Was kostet so ein Readymade?», fragt der grosse.
«Schwer zu sagen. Wenn ein Urinoir von Duchamp Kunst werden kann, dann sind sieben Ventilatoren keine Haustechnik mehr, sondern Kunst. Art is the definition of art, sagte Joseph Kosuth.», gibt sich der kleine als Kunstliebhaber zu erkennen.
«Brauchen wir eigentlich einen Künstler?»
«Nein, nur einen Galeristen. Seit Duchamp braucht es offenbar nicht viel. Einen Gegenstand, einen Raum und jemanden, der behauptet, es sei Kunst», ergänzt er.
Ein Mann läuft vorbei, wirft einen flüchtigen Blick auf die Reihe und geht weiter. Er ahnt nicht, dass ihm möglicherweise gerade Kunst entgangen ist.
«Glaubst du, jemand kauft uns?»
«Vielleicht.»
«Zusammen oder einzeln?»
«Zusammen natürlich. Wer trennt schon ein Ensemble, eine Kunstinstallation?»
«Und wenn doch jemand kommt und sagt, der in der Mitte passe besser ins Wohnzimmer?»
Niemand antwortet.
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