| Kurzgeschichten > Krimi |
 |
|
Es gibt einen lauten Knall. Darauf ist es augenblicklich still.
Der alte Mann erschrickt mit einem heftigen Seufzer und reagiert gereizt, wie an der Hand auf der Armlehne zu sehen ist. Sie ballt sich verkrampft zu einer Faust.
Die ältere Schwester Eden trägt ein rosa Sonnencappie auf dem Kopf, was sie keck aussehen lässt. Sie hält zufällig die Packung Knallfrösche in der Hand und ist sofort die Verdächtige. Dabei hat sie nur das unbekannte Motiv auf der Schachtel interessiert, eine Lautmalerei des Wortes «Bäng!»
Der Nikolaus schreitet langsam auf Eden zu. Sein strenger Blick auf sie gerichtet. „Das warst du? Nicht wahr?“
„Nein! Ich war es nicht!“, protestiert Eden, doch der Nikolaus glaubt ihr nicht. Eden reist die Glubscher auf und bleibt wie angewurzelt stehen. Chiara streckt ihre Arme unter dem Tisch hervor und zieht an Edens Oberschenkel.
Sie flüstert: «Schnell! Unter den Tisch!» Darauf verschwinden die beiden, flink wie die Wiesel.
Der Nikolaus legt seinen Unterarm auf den Tisch, bückt sich schwerfällig und stemmt zur Stabilisation die Hand ins Kreuz. Seine Augen wandern zwischen den Holzbeinen hindurch. Irgendwo inmitten der Stühle müssen die unartigen Kinder sein. Ihre mit weihnachtlichen Motiven gestrickten Wollpullis, sind schnell ausgemacht.
Der lange rote Arm greift unter den Tisch. Jedoch erweisen sich die Stühle als perfekte Schilde, mit denen sich die jungen Heldinnen den alten Mann auf Distanz halten. Es nützt den Nikolaus nichts, um den Tisch herumzulaufen. Auch die Teenager drehen sich im Kreis.
Voller Ungeduld fängt der Nikolaus an, am Stuhl zu zerren. Doch Eden, lässt den Stuhl nicht los. Sie will sich nicht erwischen lassen. |
 |
| zurück |
Seite
von 6 |
|
 |
| Kommentare (0) |
|