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Lyrik > Alltag

Eigentlich zufrieden

von Max Vödisch >>

Ich sah die vielen Städte dieser Welt
und fragte selten nur nach Macht und Geld.
Ob Amsterdam, ob Prag, Berlin oder Wien –
was ich dort sah, ist tief in mir gediehen.

Ich sah das Licht, das Dunkle nahm ich auch,
den schnellen Glanz und jenen leisen Hauch.
Nicht nur der Schein bestimmte meinen Blick,
ich nahm auch das Zerbrechliche zurück.

Ich kannte keinen Krieg, kein großes Leid,
war nie verstrickt in Macht und blinden Streit.
Kein großer Held und kein Mitläufer ganz,
ich ging den Weg auch abseits von dem Glanz.

Ein Spiel im Sommer ’88 blieb mir nah,
als es in Deutschland friedlich, sicher war.
Zwei Tore fielen, schlicht und wunderbar –
und ich war einfach mittendrin, mein Jahr.

Ich hörte Stimmen, die mich heute tragen:
Bob Dylan, Joan Baez in den frühen Tagen.
Und Nächte laut, von Klang und Licht beschienen,
mit Scorpions, mit Status Quo im Grünen.

Und einmal still, fast wie ein Nebengleis,
sang dort Max Prosa, zärtlich und ganz leis.
Ein Lied, das tief in meinem Innern blieb,
weil es mir mehr als tausend Worte schrieb.

Ich traf sie alle, eben Groß und Klein,
vom hellen Licht bis hin zum Schattensein.
Vom Herrn am Thron bis zu dem, der nichts hat,
vom vollen Tisch bis hin zur leeren Stadt.

Ich hätte mehr erreichen können wohl,
die Wege offen, doch die Hände voll –
nicht mit Gewinn, nicht mit Erfolg und Sinn,
das Wahre lag oft leise mittendrin.

Ich habe Kinder, die nun weitergehen
und eine Frau, die blieb – durch alle Wehen.
Seit vielen Jahren fest an meiner Seite,
mehr wert als jeder Glanz in ferner Weite.
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