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Das blaue Paradies
von Harald (Tom) Gressel >>
Das blaue Paradies
Die Sonne schon geneigt,
Strahlen auf meinem Gesicht.
Der Blick ins Weiße
Frische der Leinwand.
Farbe und Pinsel ringsum
warten auf ihren Einsatz.
Ich schließe die Augen,
höre in mich hinein.
Meine Finger greifen:
Wasser, Ultramarin in geschmeidiger Tube.
Anrühren, mischen – noch ein Hauch Weiß.
Erste Schicht, schwungvoll gesetzt.
Sonnenlicht schimmert auf der Feuchte.
Leises Meeresrauschen an meinem Ohr.
Beruhigendes Himmelblau aus der Schale,
direkt aufs Textil.
Mit zarter Fasanenfeder verbunden,
kommen die Elemente ins Fließen.
Harmonie entsteht in meinem Blick –
schon längst tiefe Ruh.
Ultramarin, dick und pur,
öffnet einen Raum.
Ein leichter Spachtelzug gibt ihm Form,
ein Hauch Wasser lässt ihn fließen.
Mit den Fingern fühle ich Farbe,
mit den Augen suche ich die Botschaft:
Wie aus einem Wald heraus
ins märchenhafte Licht.
?
Wale mit Wasserfontänen,
Delphinflosse im Sinken der Flut.
Ein Kapuzineräffchen, sich im Baum graulend.
Der Wind mit aufgeblasenen Backen.
Ein Hund, aufmerksam.
Papageien, wild im Flug.
Pflanzen, Bäume, Früchte – rankende Fülle,
unerschöpfliche Fantasie.
Zaghaft springt ein Mensch
durch das Geschaffene.
Ein leichter Blick zum Künstler hin.
Entstanden aus dem Hören in mich.
Was ich mir zuvor nicht erdacht,
keiner Idee gefolgt,
schuf ich für mich:
Das blaue Paradies
16. Dezember 2025 |
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