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Die Lektion der Nacht

von Max Vödisch >>

Sie kam daher wie Sommerwind,
im kurzen Kleid, das Funken schlägt.
Ein Lächeln, das dich fast gewinnt,
ein Blick, der tief dein Herz prägt.

Sie tanzt so frei, so leicht, so nah,
ihr Duft legt Glut auf deine Haut.
Du denkst: Vielleicht wird Liebe wahr,
weil deine Sehnsucht an sie glaubt.

Sie lehnt sich an, spielt mit dem Glas,
ihr Lachen rinnt wie edler Wein.
Die Welt wird hell, du hast viel Spaß,
als könnte sie die Deine sein.

Doch als du sagst, wie’s um dich steht,
dass dir der große Reichtum gänzlich fehlt,
spürst du, wie schnell der Wind sich dreht,
weil nur der äußere Schein ihr zählt.

Sie wendet sich, als wär’s ein Spiel,
ihr Schritt so kühl wie Marmorstein.
Du wolltest Nähe, tief und viel,
doch sie lässt dich im Dunkeln allein.

Der Abend bricht, die Lichter brennen,
du spürst den Stich, der langsam zieht.
Du willst dich selbst nicht mehr erkennen,
weil jede Hoffnung von dir flieht.

Du greifst zum Bier, zum nächsten auch,
der Schmerz wird dumpf, der Atem schwer.
Der Rausch steigt auf wie grauer Rauch
und plötzlich fühlst du gar nichts mehr.

24. Februar 2026
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