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Erwachen

von Harald (Tom) Gressel >>

Erwachen

Ich träume süß, bin weich gebettet,
wirr und voller Angst.

Von Reichtum, der überquillt,
von Leere, die nichts besitzt.

Von Körpern, die vor Kraft strotzen,
von Kranken, die sich verzehren.

Von Scham, von Liebe,
fehlgedeutet und doch glühend.

Behütet und in Gefahr,
beschwingt, frei, von Freude getragen.

Von sonnigen Feldern,
von dunklen Wäldern.

Von deiner Geburt,
von meiner Geburt,

von meinem Tod,
von meinem Leben.

Von wärmenden Strahlen,
von eisigem Wind.

Von Bergen, hoch wie Mauern,
von Meeren, bodenlos und schwarz.

Von Umarmung, Trost, Geborgenheit,
von Hunger und von Überfluss.

Von Hast und Eile,
von Ruhe und Stille.
?
Von Einsamkeit, vom Verlassenwerden,
vom Heimkommen, vom Angenommensein.

Von Missverstehen,
vom Verstanden werden.

Von Blicken, die aufrichten,
von Worten, die verletzen.

Von Sonnenaufgängen,
von verdunkeltem Mond.

Von Donner und Wolken,
vom Regenbogen.

Von Endlichkeit,
von Unendlichkeit.
?
Von Schwäche, von Göttlichkeit.

Vom Frieden,
vom Krieg.

Vom Himmel,
von der Hölle.

Von dir, von mir.
Von hier, von jetzt.

Nicht vom Haben –
vom Sein.

Ich bin behütet,
ich bin sicher.

Und kann jederzeit
erwachen.



6. Dezember 2025
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