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Suchen oder Finden
von Harald (Tom) Gressel >>
Suchen oder Finden
Es war ein Ringen, Jahrzehnte lang
vergeblich griff ich nach dem Band
das Menschen bindet, Hand in Hand
ein müdes Streben, bang und bang.
Doch „dazugehören“ – was heißt das schon?
Der Wunsch nach Nähe, still, bedacht
ein Schatten, der mich stets bewacht
ein Wort, ein Traum, ein leerer Ton.
In Kindheit, Jugend, ferner Zeit
und doch blieb er, so alt, so gleich
ein leiser Schmerz, so tief und weich
trat er hervor in neuem Kleid.
Erst spät begann er sich zu lösen
doch nun, so still, mit klarer Sicht
verheilt, was einst zerbrach im Licht
mit Wunden, die im Innern dösen.
Auf meiner Suche, weit, allein
was ich ersehnte, war schon hier
verborgen tief, so nah bei mir
entdeckte ich: Es musste sein.
Ein Freund, der schweigt, mich treu umarmt
der meine Schuld, mein Weh erträgt
der nie verurteilt, nie verweht
der still in meinem Herzen warmt.
Nun seh’ ich klar, im hellen Licht
er wich mir nie, er ließ mich nicht
er lebte still und treu in mir
der Freund, den ich suchte, war stets bei mir.
23. November 2025 |
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