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Lyrik > Menschen

Wo Stille bleibt

von Max Vödisch >>

Ich spreche nicht von dem, was war,
die Vergangenheit wiegt viel zu schwer.
Was uns verband, ist nicht mehr klar,
Gemeinsamkeit trägt keine Spuren mehr.

Wir gaben alles, Stück für Stück,
bis selbst das Hoffen leise ging.
Was blieb, war nur ein Blick zurück
auf das, woran mein Herz noch hing.

Ich glaubte, Nähe machte mich stark,
dass Bleiben Schutz und Heimat sei.
Doch meine Seele wurde still und karg,
die alte, vertraute Wärme war vorbei.

Die Zeit erklärt nichts – sie vergeht
und wendet sich, ganz ohne Grund.
Wer zweifelt oder sich versteht,
dem bleibt die Seele wund.

Erinnerungen halten leise stand,
wenn Misstrauen in dir spricht.
Ich habe dich im Traum erkannt,
auch wenn mein Innerstes zerbricht.

Ich weiß, du gehst und das genügt.
Kein Flehen hält dich länger bei mir.
Was zwischen uns nun übrig bleibt,
ist Stille – und sie verweilt in mir.

3. Januar 2026
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