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Lyrik > Philosophie

Echo der Gezeiten

von Max Vödisch >>

Der Wind schreibt Zeilen in den Sand,
vergisst sie, eh der Morgen erwacht.
Ein Flüstern streift durchs stille Land,
gestohlen aus der tiefen Nacht.

Was gestern noch wie Fels bestand,
verblasst und wird zum fernen Schein.
Wir greifen zu mit leerer Hand
und sehnen uns, gebunden zu sein.

Die Wellen brechen sich am Licht,
zerstäuben weiß im Augenblick.
Die Zeit hält ihr Versprechen nicht
und gibt uns keinen Schritt zurück.

Doch in dem Rauschen, das verhallt,
liegt eine Ruhe, tief und klar.
Ein Echo, das im Herzen schallt
von dem, was ist und immer war.

14. Januar 2026
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