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Alltag
Wie man zu Fuß nach Japan kommt
von Silvia Ittensohn
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Ich warte auf den Fahrdienst des Roten Kreuzes. Es ist das erste Mal. Ich habe ein Kreuz mit dem Fuß: „Eine Zehenfraktur“, hieß es vor einem Monat nach dem Röntgen. Mein Arzt meinte: „Den operiert Ihnen kein Chirurg mehr!“ Mir halfen sein spitzbübisches Lachen und ein Attest für Spezialschuhe. Ein junger Mediziner scherzt mit einer Alten. Aber nein, wir stehen auf gutem Fuß miteinander.
Seither humple ich auf einer Art Fußpalette in Schwarz. Auf der Nachahmung einer viereckigen Geta, einem traditionellen japanischen Schuh. Statt Zedernholz zwar Kunststoff, auch am keilförmigen Absatz. Ein Klettverschluss sorgt für Halt am wackligen Wadenbein. Der schmerzende Fuß bevorzugt Sicherheit und Gemächlichkeit.
In zehn Minuten werde ich einen Fuß vor die Tür setzen. Zum Fahrdienst des Roten Kreuzes. Zuvor übe ich den aufrechten Gang vom Wohn- ins Badezimmer und von dort in die Küche. Damit ich auf Krücken verzichten kann.
Erneut hebe ich den Fuß – und hebe ab: ins Land der aufgehenden Sonne. Dorthin, wo das Klappern alter Holzschuhe sein beruhigendes Klack, klack von sich gibt. Im Kopfkino tritt mein klobiges Fußgestell gegen die Zartheit aus Fernost an. Leichtfüßig getragen von einer Geisha im seidenen Kimono. Glücklich, im Gegensatz zum alten China nie ihre Füße einbinden zu müssen. Bis heute steht sie damit auf freiem Fuß.
Summ, summ, der Fahrdienst ruft – Konnichiwa! In meiner Phantasie klingt nur noch schwach das Hupen eines Tokioter Rettungswagens nach. Dieser weiße Kasten mit einer rot
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