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Nach dem Goût de Terroir kommt der Bogenhusten
von Marc P Sahli >>
Im Hinterzimmer des Restaurants ist schon alles da: Weisswein, verschiedene Flaschen und diverse Käse: Hart- und Weichkäse, dann Schaf- und Ziegenkäse. Alle Schattierungen von weiss-gelblich, manche mit einer weissen Rinde. Wein- und Käsedegustation. Man probiert, will ja kein hinterwäldlerischer Bauer sein «was ein Bauer nicht kennt…»
Ein Schluck Wein und ein Möckli Käse. Und irgendwann kommt einer von diesen Schafs- oder Ziegenkäsen. Bei Käse bin ich heikel. Ich weiss warum. Ich probiere trotzdem.
«Ui du.»
Noch einmal kauen.
«Das het de e Abchuscht.»
Schlucken.
Oder besser nicht.
«Ja so n’e abchüschtige Goût het’s.»
Jemand sagt, das sei der goût de terroir.
Goût de terroir, genau mein Humor, wohl goût de Terror.
Der Käse bleibt jedenfalls hartnäckig im Mund.
Noch ein Schluck Weisswein hinterher. Nützt nichts.
«Dä Näbegschmack. E Bygschmack.»
Die anderen degustieren weiter.
Ich suche derweil nach einem Wort.
Grusig?
Grusig ist gut. Grusig kann widerlich sein, unappetitlich. Aber für diesen Käse braucht es mehr.
«Wäh, goonet das!»
Es stinkt. Es megget. Es mieft. Pause.
Noch einmal riechen. Das war ein Fehler.
«Ja, es rähelet, es böckelet.»
Bei einem Ziegenkäse immerhin sprachlich konsequent.
Die Runde schweigt betreten.
Ich bin offenbar der einzige, der solche Geschmäcker nicht gewohnt ist.
Geschmack klingt harmlos. Nach süss, sauer, salzig. Vielleicht bitter. Das hier ist anders. Das ist ein Geschmack mit Vorgeschichte und mit Nachgeschichte. Mit Abchuscht. Mit Näbegschmack, mit Bygschmack. Goût de Terror.
Ich nehme noch einmal ein kleines Stück.
Man soll ja offen sein für neue Geschmackserlebnisse.
Kauen.
«Läck isch das gruusig, das jäset wie ne Moore.»
Schweigen.
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