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Kurzgeschichten > Krimi

Nikolaus und der Weihnachtsböller

von Chelo Dominable >>

Ein langbärtiger, alter Mann mit rotem Mantel kommt zu Besuch. Neben dem bereits weissen Saum an der Kapuze, sitzt auch noch eine Gruppe Schneeflocken auf seinen Schultern. Erschöpft vom langen Marsch durch den knöcheltiefen Schnee, muss er sich erst mal in den Sessel setzen und die Beine ausstrecken. Der Platz am flackernden Kamin ist schön warm. Das Gesicht des Mannes bekommt langsam Farbe zurück, besonders die Backen färben sich rot. Natürlich ist er nicht mit leeren Händen gekommen und schenkt den Mädchen Chiara und Eden prallgefüllte Nikolaussäcke, als diese ihr Sprüchlein aufsagen.
Der Nikolaus fängt vergnügt an, ein Weihnachtslied zu pfeifen. Dabei vergisst er die Welt um sich herum.
Chiara erkennt den verträumten Blick. Sie erinnert sich unmittelbar an den Lausbubenstreich mit ihren Klassenkameraden. Schmunzelnd greift sie nach der Streichholzschachtel auf dem Kaminsims, als sie das Kopfkino Revue passieren lässt.

Hinter schneebedeckten Büschen hatte Michis Clique ihren Klassenlehrer abgewartet. Er kam als letzter aus dem Schulhaus und würde nicht mit der Anwesenheit seiner Schüler rechnen. Als dieser vom Parkplatz losfuhr, liessen sie einen wirklich lauten Böller krachen. Ihr Lehrer musste darauf sofort unter die Haube gucken, ob etwas mit dem Motor nicht stimme. Er fluchte und verwarf die Hände. Es war saukomisch.
Chiara kriegte von Michi die Schachtel mit dem letzten Böller darin. Spasseshalber platziert sie ihn jetzt dicht hinter dem Sessel, in welchem der Nikolaus «Oh du fröhliche» pfeift und zündet die Lunte. Schnell huscht Chiara in Deckung unter den Tisch.
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