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Und doch hinterliessen all jene, die gegangen sind, ihre Spuren, selbst wenn wir diese Spuren nicht mehr sehen, sie sind im kollektiven Unterbewusstsein der Menschheit vergraben.
Ich glaubte naiverweise an die Unzerstörbarkeit, an die Ewigkeit, nie hätte ich, kindlich naiv wohl, annehmen können, dass die Queen eines Tages sterben könnte, dass die Eltern sterben könnten. Was lebt, das ist jedoch vergänglich.
Es sind doch die Sekunden, die Minuten, die Stunden, die Tage, die Monate und Jahre, die uns töten, denn in der Zeit und nicht im Raum entfernten wir uns von denen, die wir lieben und doch verliessen. Die Zeit hinterlässt ihre Spuren, dessen sind wir uns nicht bewusst, vielleicht auch gut so. Die Falten graben sich ins Gesicht, die Haare ergrauen, die Bewegungen werden langsamer. Das Fleisch erschlafft. Krankheit und Schwäche sind nicht mehr fern. Sie gingen, eigentlich viel zu früh, dem Tod entgegen.
Die Verwandtschaft trifft sich zu sogenannten Kasualien, ein zunehmend verschwindender Kompass unserer Leben: zu Taufen, zur Konfirmation, zur Hochzeit und zur Beerdigung, dem Lauf des Lebens.
Man tat und tut, als wäre nichts, Gesichter mussten und müssen gewahrt werden. Auch angesichts des Lebens, des Todes und des Vorsichhinvegetierens.
Irgendwie nahm und nehme ich es ihnen übel, dass sie bereits verstorben sind, eigentlich viel zu jung. Wir hätten doch so viel nachzuholen gehabt, einiges haben wir zum Glück geschafft. Der nächste in der Ahnengalerie bin ich. Das ist fakt.
«Was bleibt ist das Weitergehen, immer weiter, auch wenn die Schritte schwerer werden, man hat doch noch seine Wege....». Die Schritte werden schwerer weil auch der Rucksack immer gewichtiger wird.
Noch sind wir, aber auf dünnem Eis. (c) Marc P Sahli 12/2022
17. März 2026 |
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