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Ich nehme meine Tasche, richte mich auf, spüre meine Beine und will nur noch raus. Da sagt eine aus der Gruppe, kurzhaarige Lesbe und sehr laut, es fährt mir ein: «Hey du! Was hast du da für einen Button?» Ich bin einen Moment irritiert. Ertappt fast. Als hätte sie nicht den Button gemeint, sondern meine Gedanken. Ich schaue an mir herunter. «Das ist vom Mattenenglisch-Club», sage ich. «Itteme-Inglische Ibkle.» Ich sage es, wie man etwas sagt, wenn man keine Antwort erwartet. Wie sollten die das kennen? Diese Glitzerkinder, diese Pride-Truppe, diese lauten jungen Menschen, die so tun, als hätten sie die Welt neu erfunden?
Aber die Person im Glitzerkleidchen mit Bart, noch immer im Arm der Frau im Muskel T-Shirt, schiebt die Sonnenbrille nach unten, schaut mich an und sagt: «Spricht das heute noch jemand?»
Ich bleibe wie vom Blitz getroffen stehen. Der Zug bremst. Die Frage ist nicht dumm. Sie ist nicht spöttisch. Sie ist sogar ziemlich genau. Sie haben mindestens eine kleine Ahnung. Und dann sagen zwei von ihnen, fast gleichzeitig: «Hey, mir fyyyyyyre di!!! So geil!»
Ich bin sprachlos, ich bin zu überrascht. Ich stehe da mit meinem Button des Matteänglisch-Clubs, meinem schweren Körper, meinen müden Beinen und meinen Gedanken, die plötzlich nicht mehr so bequem sitzen wie vorher. Ich bin gerührt. Überraschend gerührt, und ich schäme mich, wohl über mein Schubladendenken. Ich steige aus. Ganz baff. Auf dem Perron ist es noch immer warm. Der Zug fährt weiter, mit Schweiss, Bier, Parfüm, Partysound und diesen Jungen LGBTIQA+ oder so, die ich eben noch kaum ansehen mochte. Ich gehe los und lächle in mich hinein. Ab, nach Hause.
Und auf meiner Brust steht immer noch: «Iu'tsche ime'ze - matteaenglisch.ch» (c) Marc P Sahli
28. Juni 2026 |
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