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Kurzgeschichten > Krimi
Der Nikolaus weicht mit dem Finger nicht vom Fuss. Greift auch mal zwischen die Zehen. Lange hält die Kleine das nicht mehr durch und dann würde er ihr Geständnis kriegen.
«Dann sprich dich aus, lass mich wissen, was du ausgefressen hast.»
«Nichts habe ich getan.», trotzt Eden voller Erschöpfung.
«Dein letztes Wort?», fragt der Nikolaus erstaunt?»
Eden wird nun richtig sauer.
«Wenn mein Papa nachhause kommt, klatscht er dich an die nächste Wand.», fährt es ihr aus dem Mund.

Diese Antwort hat dem alten Zausel erneut einen Schrecken eingejagt. Er bindet die Kniesocke um Edens Mund, sodass sie nur noch gedämpfte Laute von sich geben kann.
Dann flüstert er in ihr Ohr: «Jetzt drohst du mir auch noch? Das soll dir eine Lehre sein.» Mit einem Wisch, das Schild des Cappies ins Gesicht gedrückt, um abzulenken und ruckzuck schiebt der Nikolaus das Mädchen komplett in den Jutesack hinein. Noch zwei Seilwicklungen um den Zipfel und schon ist der Sack fest verschnürt.

In der Küche muss der Kerzenständer dran glauben, als Chiara das Brotmesser herumwirbelt. Sie hat ihn umgestossen, bei ihrer wilden Fuchtelei als Nachwuchsninja. Sie fühlt sich stark. Bereit in den Ring zu treten.
Als die mutige Chiara tapfer ins Wohnzimmer schreitet, kann sie ihre Schwester nicht entdecken. Ein kalter Durchzug weht. Der rot ummantelte Unhold hält Chiara den Rücken zugewandt. Er tritt gerade über die Türschwelle ins Freie. Den zappelnden Sack hat er auf seiner Schulter geparkt.

Kleinlaut presst Chiara die Schultern an die Wand und schielt um die Ecke. «Dieser fiese Halunke!», denkt Chiara. Er hat sich ihre grosse Schwester tatsächlich geschnappt. Alleine kann sie ihn nicht verprügeln. Aber sie würde dem Verrückten folgen.
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